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Wie schon bei seinem Debüt „Mal abwarten“ hat Herr Spin auch dieses Mal alle Songs komplett selbst arrangiert und eingespielt. Und seien wir ehrlich: Herr Spin braucht auch niemand, der ihm unter die Arme greifen müsste. Er entwickelt ganz allein genug Format und Grösse, um reihenweise bezaubernd-zartbittere Pop-Songs stilvoll und elegant aus dem Ärmel des perfekt sitzenden Anzugs zu schütteln.Und so sind im heimischen Topspin-Studio ein Dutzend Songs entstanden, die geprägt sind von einer Erhabenheit, die jemand ausstrahlt, der genau weiss, was er tut und dem es egal ist, wenn jemand sich berufen fühlt, diese Musik als „Schlager“ zu bezeichnen.
Eine gewisse Nähe zu diesem urdeutschen Genre mag sogar bestehen, aber Herr Spin hat auch massenhaft Pop-Platten britischer Herkunft in seinem heimischen Regal stehen und bastelt an einer vielversprechenden Synthese aus Elektro-Pop, chansonesken Elementen und gepflegtem Kitsch, all dies beherzt und charmant vorgetragen.
Dabei verpast er noch manch einem Song den einen oder anderen düster-melancholischen Akzent, der weltschmerzgeplagten Zeitgenossen ein sanftes Lächeln auf die Lippen zaubern sollte.
Dennoch wird der Entertainment-Aspekt nie aus den Augen verloren und auf der Bühne lässt sich Herr Spin von einer Band begleiten, die ihm den Raum eröffnet zu spontanen Tanzeinlagen, launigen Ansagen und doppelbödigen Scherzen, so dass sich manch einer schon an Frank Sinatra oder andere Legenden des Showbusiness erinnert fühlte.
„90° und mir ist noch immer kalt“, singt Herr Spin im gleichnamigen Song. Dieses Album lässt einen nicht kalt zurück, sondern wärmt das Herz, wenn es draussen wieder kühler wird.

