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Für die Aufnahmen zu seinem zweiten Album hat Heiko Werning langjährige Freunde und künstlerische Weggefährten im Studio versammelt, um in lockerer Atmosphäre die Songs sozusagen on-the-fly aufzunehmen.Mit Hilfe von Danny Dziuk (Dziuks Küche, ehemals Stoppok), Markus Passlick (Götz Alsmann Band), Ekki Busch (Element of Crime), Manfred Maurenbrecher und Produzent Andreas Albrecht entstand eine intensive und intime Platte, die einen gelungenen Spagat zwischen traditionellem Singer/Songwritertum und einer druckvollen poporientierten Produktion darstellt.
Die Spannbreite der Songs reicht von minimal instrumentierten, melancholischen Liebesliedern über Uptempo Liedermacher-Pop in voller Bandbesetzung bis hin zu eher krachig-dissonanten Tracks.
Textlich besticht der genaue Blick, die exakte Beobachtung, Heiko Werning wagt sich in die Tiefen der vielschichtigen menschlichen Beziehungen und findet eine Sprache dafür, die klug und unprätentiös ist, differenziert und wahrhaftig.
Hier behält jeder seine Würde, einfache Lösungen sucht man vergebens, dies ist Musik, die sehr wohl zum Nachdenken anregt, aber mit lakonischem Humor und Ironie vorgetragen wird. Und den Liederzyklus „Romantik im Neoliberalismus“ kann man gerne als ätzenden Sarkasmus bezeichnen. Heiko Werning weiß sehr genau, dass es oft die Umstände sind, die Menschen erst zu dem machen, was sie sind. Und wenn man dieses Wissen als ein politisches bezeichnen möchte, so kann man diese Lieder gerne als politische Lieder bezeichnen. Da verwundert es auch nicht, wenn Werning sich in „Warten auf den Angriff“ in Menschen versetzt, die auf einen angekündigten Krieg warten – der Irak lässt grüßen. Selbstverständlich ist auch die Liebe ein Thema, die ja immer Rettung und Heil verspricht (und oft Nerverei und Verbitterung bringt). Und damit die Melancholie nicht restlos triumphiert, stehen am Anfang und am Ende des Albums Songs, die mit der Welt versöhnen und eine gehörige Portion Optimismus verbreiten – gegen den Zeitgeist.

